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Deutschland: ein neuer Motor der globalen humanitären Hilfe

Deutschland gehört zu den größten Gebern der globalen humanitären Hilfe. Für das Jahr 2025 erhöht die Bundesrepublik die Mittel für den Wiederaufbau deutlich auf 889,3 Millionen US-Dollar. Damit unterstreicht Deutschland erneut seine Rolle als treibende Kraft in der internationalen Solidarität und betont seinen Beitrag zur Erhaltung globaler Stabilität.

Bildung: Ein zentraler Pfeiler des Engagements Deutschlands in der globalen humanitären Hilfe

Der Wiederaufbau kriegszerstörter Länder betrifft nicht nur die Versorgung mit Infrastruktur, sondern ist auch und vor allem an die Unterstützung der Schul- und Bildungssysteme geknüpft. Die Bundesrepublik setzt hier klar Akzente. Sie investiert in Schulen und Ausbildung, weil Bildung die Grundlage für gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung ist. In Gaza, Syrien und der Ukraine entscheidet die Frage, ob ein hochwertiger Bildungszugang möglich ist, über die Entwicklungschancen in diesen Regionen.

Ein Schwerpunkt der finanziellen Förderung auf diesem Gebiet ist das „Global Partnership for Education (GPE)“. Das Bundesentwicklungsministerium sichert seit 2002 die notwendigen Mittel in Höhe von 45 Millionen Euro jährlich, die bis zum Jahr 2032 bereitgestellt werden. Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan: „Bildung ist der beste Schutz vor Armut und Ungleichheit“. Das GPE unterstützt in fast neunzig einkommensschwachen Partnerländern beim Bildungsaufbau und leistet so einen wichtigen Beitrag zur dauerhaften Friedenskonsolidierung.

Die Schlüsselregionen des deutschen Engagements in der globalen humanitären Hilfe

Deutschland hat eine Rekonstruktionspräsenz in mehreren Regionen eingerichtet. Im Nahen Osten hat Berlin beispielsweise seit dem Sommer 2023 rund 330 Millionen Euro für die Unterstützung in den palästinensischen Gebieten, vor allem Gaza, bereitgestellt. Hintergrund ist eine regionale Initiative, mit der Deutschland neben einem humanitären Waffenstillstand vor allem mehr Hilfe für die Region einfordert.

Die Ukraine steht im europäischen Kontext im Mittelpunkt der Aktivitäten. Die Ukraine wird nach der Rekonstruktionskonferenz in Rom ein weiterer Schwerpunkt bim Wiederaufbau sein. Wie Bundeskanzler Friedrich Merz nach der Rekonstruktionskonferenz in Rom feststellte, beginnt der Wiederaufbau in der Ukraine nicht erst nach dem Waffenstillstand. Unterstützt wird u.a.der Wiederaufbau von wichtiger Infrastruktur und wichtigen Institutionen, um die langfristige Stabilität zu gewährleisten.

Afrika ist eine weitere Zielregion. Ein Drittel der deutschen Präsenz ins Alarmgebiete wie der Sudan die Demokratische Republik Kongo, Südsudan, Äthiopien, Somalia und Tschad. Deutschland demonstriert damit, dass sein Engagement nicht in eurozentrischen Regionen halt macht, sondern wirklich ein multi-regionaler Ansatz globaler Verantwortung.

Partnerschaften, die Deutschlands humanitäre Rolle stärken

Deutschland verfolgt einen integrierten Ansatz, ver­bin­det humanitäre Hilfe, Friedenskonsolidierung und Ent­wick­lungs­zusam­men­arbeit. Solche lang­fristigen strategischen Part­ner­schaf­ten stützen lokale Verwaltungen, bauen tragfähige Verwaltungsstrukturen auf und fördern Ver­söh­nungs­pro­zesse. Das Ziel: nicht nur kurzfristige Hilfe, sondern stabile Friedensprozesse.

Ein konkretes Beispiel ist die Sahelregion, wo Deutschland Projekte zur Resilienzförderung über die GIZ, UNICEF und das Weltpfrogramm (WFP) mit einem Volumen von 95 Mil­lionen Euro für den Zeitraum 2023–2027 unterstützt. Parallel dazu finanziert Berlin über die Weltbank Bildungsprogramme, um Grundbildung und berufliche Ausbildung zu ­för­dern.

Herausforderungen bei der Sicherung von Deutschlands Führungsrolle in der globalen humanitären Hilfe

globalen humanitären Hilfe

Deutschland steht trotz der ambitionierten Strategie vor erheblichen Herausforderungen. Im Haushalt 2025 sind Kürzungen bei der humanitären Hilfe vorgesehen, was von Organisationen wie Handicap International stark kritisiert wird.

Zugleich bleibt der Bedarf weiterhin sehr hoch.  Das WFP prognostiziert für das Jahr 2025 einen globalen Finanzierungsbedarf in Höhe von 16,9 Milliarden US-Dollar, um 343 Millionen Menschen in 74 Ländern mit Nahrungsmittelhilfe zu versorgen. Deutschland fördert mit seinen Mitteln auch Maßnahmen, die zwar nicht der humanitären Soforthilfe zugerechnet werden, aber dennoch zur längerfristigen Resilienz beitragen können – Projekte zur Bildung, Entwicklung, im Gesundheitsbereich, in der Wasser- und Sanitärversorgung.

Deutschland beweist, mit seiner Unterstützung bei Bildungsmaßnahmen, Wiederaufbau- und Krisenbewältigungsmaßnahmen, dass es nicht nur Geber von humanitärer Soforthilfe ist, sondern als strategischer Motor der globalen humanitären Hilfe über eine nachhaltige, an Wirkungen vor Ort orientierte und damit auch strukturstärkende Hilfe verfügt.

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